Wie´s Schifahr´n war, wolln Sie mich fragen,
na ja, was soll ich Ihnen sagen,
wenn ich erzähl die ganze G´schicht,
die mir passiert ist, glaub´n Sie´s nicht.
Was soll´s, es lechzte die Figur
dringend nach einer Korrektur.
Drum hab mit Sport ich es versucht
und Schiurlaub tapfer gebucht.
Denn Schifahr´n in heutiger Zeit
ist direkt schon Notwendigkeit.
Verächtlich blickt man jeden an,
der zugibt, dass er es nicht kann.
Viel Jahre schon verflossen sind
seit Schiversuchen einst als Kind.
Drum hab als Greenhorn ich gedacht,
damit man mich nicht gleich verlacht,
dass eher wohlwollend man blickt,
wenn hauteng ich bin eingezwickt,
versteckend schick in der Montur
meine Entgleisung der Figur.
Zufrieden mit meiner Gestalt,
die Schier bereits angeschnallt,
bestieg den Lift ich recht mondän
und ließ mich hierauf souverän
mit meinen angeschnallten Schien
in ungeahnte Höhen ziehen.
Auf den Kaffee wohl rückzuführen,
ereilte mich ein menschlich Rühren.
Vielleicht war es auch provoziert
durch Angst, im Ausstieg routiniert
war ich ja nicht, doch allen Mut
nahm ich zusamm´ und es ging gut.
Doch da erwähntes menschlich Rühren
nun immer ärger war zu spüren,
ich fürchtete, im Schnee, im kalten
dem Blasendruck nicht standzuhalten,
spähte, ob zu Entleerungszwecken,
ich mich hätt´ können wo verstecken.
Doch gab´s in der schneeweiten Wüste
ein Wäldchen nur am Rand der Piste.
Da drinnen fand ich eine Lichtung
ideal für solcherlei Verrichtung.
Doch wollt´ die Schi ich nicht abschnallen,
wär´ sonst gar in den Schnee gefallen.
O je, der Schianzug, ganz zu,
wie macht mit so was man Lulu?
Nachdem ich mich herausgeschält hab
aus Hüllen, die ich nicht gezählt hab, wollt ich nur leicht die Schi anheben,
doch die hatten ihr Eigenleben.
Sie fuhren plötzlich, einfach so,
mit mir und meinen bloßen Po
quer über den recht steilen Hang,
wobei die Bremsung nur gelang
auf schroffen Steinen und auf Eis
mit meinem völlig nacktem Steiß.
Der wurd´, mit Wunden übersät,
vom Doktor später dann genäht,
zu dem man mich abtransportierte,
damit er diesen reparierte.
Bin dann im Warteraum gesessen,
auf's Schifahr´n konnt´ ich ja vergessen,
Pflaster am Po und im Gesicht,
erwartend den Befundbericht.
Daneben saß in seiner Pein
ein Herr, gebrochen war sein Bein.
An fremden Leid auch int´ressiert,
frug ich ihn, wie dies sei passiert.
"Wenn ich erzähl die ganze G´schicht",
sagt er drauf, "glaub´n Sie´s sicher nicht.
Gemütlich werd am Sessellift
ich auf den Berg hinaufgehievt,
da schießt neben der Liftstation
so eine narrische Person
doch splitternackt plötzlich vorbei
mit recht hysterischem Geschrei.
Als ich im Sessel mich umdreh,
damit dies Huhn ich besser seh´,
stürz´ glatt ich in den Schnee hinein.
und brech´ mir dabei gleich mein Bein.
Ich aber log, dass mit Verlaub,
ich die G´schicht ihm wirklich nicht glaub !